Honig-abc

Zartcremiger Honig

Damit ein Honig „zartcremig“ wird, muss er vor dem Abfüllen in einer speziellen Rührmaschine in bestimmten Zeitintervallen gerührt werden.

Durch das regelmäßige Rühren verändert sich auf natürliche Weise die Kristallisation des Honigs. Die Bildung großer Kristalle wird unterbunden. Stattdessen entstehen viele kleine Kristalle, die untereinander beweglich bleiben.

Die kleinen Kristalle geben dann dem Honig sehr helle Farbe und eine cremige, streichfähige Konsistenz. Diese Kristallisation verändert sich nicht mehr und die zartcremige Eigenschaft des Honigs bleibt so erhalten.

In der Regel stelle ich meinen Sommerhonig in einer solchen zartcremigen Variante her.

Was ist Bio am Honig?

Der Standort
Ein wichtiger Faktor ist der Standort der Bienen. Meine vier Standorte in ökologisch bewirtschafteter Landschaft haben damit ideale Voraussetzungen. Sie befinden sich inmitten von Grün- und Waldwaldwirschaft, fernab aller Verschmutzungsquellen.

Die Bienenbehausung
Die Bienenhäuser, die sogenannten Beuten müssen aus natürlichem Material (Holz, Stroh, Lehm) ohne chemische Anstrichstoffe bestehen. Das Bienenwachs entsteht nur aus biologischer Produktion mit Naturwabenbau und eigenem Wachskreislauf.

Die Fütterung
Die Überwinterung der Bienen erfolgt ausschließlich auf eigenem Honig und ökologisch erzeugtem Futter.

Die Bienengesundheit
Die Verwendung von chemischen Arzneimittel ist nicht erlaubt. Die Behandlung der Varroose ist nur mit organischen Säuren, die auch in der Natur vorkommen (Ameisensäure, Oxalsäure) möglich.

Die Vermehrung
Es sind natürliche Zucht- und Vermehrungsverfahren unter Berücksichtigung des Schwarmtriebes zu bevorzugen. Keine künstliche Besamung der Königinnen! Keine Verstümmelung der Königinnen (Schneiden der Flügel)!

Wenn Sie mehr erfahren wollen, informieren Sie sich mit den "Erzeuger Richtlinen" beim Verband Biokreis e.V.

Waldtracht

Wärend der Waldtracht sammeln die Bienen für die Herstellung von Waldhonig nicht den Nektar von Blüten, sondern Honigtau von Nadelbäumen.

Bei Honigtau handelt es sich um ein zuckerhaltiges Ausscheidungsprodukt von Blattläusen, Rindenläusen und Schildläusen. Diese Insekten besitzen stechend-saugende Mundwerkzeuge. Damit saugen sie Pflanzensaft, entziehen einen Teil der Nährstoffe und verändern ihn. Honigtau ist eine beliebte Nahrungsquelle für verschiedene Insekten, die sich von dem süßen Saft ernähren.

Die wichtigsten Honigtauerzeuger leben auf der Fichte und der Tanne. Da die Honigtauerzeuger sehr klangvolle Namen haben hier die wichtigsten Lausarten: für die Fichte sind dies die "rotbraune bepuderte Fichtenrindenlaus" und die "große schwarze Fichtenrindenlaus". Für die Tanne ist es die "grüne Tannenhoniglaus".

Bienen nehmen diesen Honigtau auf und produzieren daraus den Waldhonig. Dieser Honig hat meist eine dunklere Farbe als Honig aus Blütennektar und bleibt lange flüssig. Er gibt dem Honig meist einen kräftigen, leicht herben Geschmack. Oft ist auch ein gewisser Anteil von Nektar aus Blütenpflanzen vorhanden, er darf beim reinen Waldhonig aber nicht überwiegen.

Wald- und Tannenhonig gibt es nicht jedes Jahr. Damit der Wald honigt ist ein Massenbefall der Honigtauerzeuger notwendig. Dies ist wiederum abhängig vom Wetter und vielen anderen Faktoren.

Informationen zum Honig

Bienenhonig ist ein reines und wertvolles Lebensmittel. Für ein Glas Honig legen die Bienen circa 100.000 Flugkilometer zurück und besuchen dabei zwischen drei bis fünf Millionen Blüten. Dabei fliegen sie ca. 60.000 mal zum Bienenstock und zurück. 5.000 Bienen arbeiten einen Sommer für 1 kg Honig.

Eine perfekt funktionierende Naturfabrik
Rund vierzig mal verläßt eine Biene jeden Tag den Bienenstock und sammelt Blütennektar und Honigtau. Der mitgebrachte Nektar wird von den Bienen gereinigt, entwässert und mit körpereigenen Sustanzen vermischt. Enzyme wandeln den süßen Nektar in Honig um und begünstigen zudem das Entstehen anderer Stoffe, die das Wachstum von Bakterien hemmen. Durch die Weitergabe von Stockbiene zu Stockbiene wird der Honig weiterverarbeitet und weiter eingedickt, bis er schließlich in die Wabe eingelagert wird. Bei Wabenreife wird die Wabe mit einem Wachsdeckel geschlossen.
Neben Honig wird im hochorganisierten Bienenstock auch Pollen, Propolis, Gelee Royale und Wachs produziert.
Pollen wird von den Bienen fleißig eingetragen und in Pollenwaben als "Bienenbrot" eingelagert. Pollen ist die eigentliche Nahrung und die wichtige Eiweißversorgung.
Gelee Royale ist der Futtersaft, mit dem Königinnen gefüttert werden. Mit dieser Kraftnahrung werden zunächst alle Bienenlarven drei Tage gefüttert. Dann wird die Ernährung der Larven, aus denen Arbeiterinnen oder Drohnen werden sollen auf Honig und Pollen umgestellt. Die Larven der Königinnen werden weiterhin mit Gelee Royale gefüttert. Diesem besonderen Saft wird eine große Heilwirkung zugesprochen.
Propolis, der Bienenharzkitt ist ein natürliches Antibiotikum. Es hat eine antibakterielle und eine antivirale Wirkung. Zudem besitzt Propolis pilzabtötende Eigenschaften und stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte.
Zum Schleudern werden die Waben entdeckelt und in eine Honigschleuder gestellt. Durch Zentrifugalkraft wird der Honig aus den Waben geschleudert. Das passiert immer "kalt", also bei Zimmertemperatur.
Honig ist klar und dickflüssig. Irgendwann bildet jedoch jeder Honig Kristalle. Wann dies passiert, hängt vom Zucker in den Nektaren ab. Entscheidend ist das Verhältnis von Traubenzucker (Glucose) zu Frucktzucker (Fructose).

Bienen als ökologischer Frühindikator
Bienen bestäuben 80% unserer Kulturpflanzen und liefern damit einen lebenswichtigen Beitrag zu Erhaltung des Ökosystems. Und sie gelten damit auch als verlässlicher Bioindikator für den Zustand einer Landschaft.
Die Gefährdung durch Pestizide und der Nahrungsmangel in intensiv genutzten Agrarflächen nehmen zu. Strengere Pestizid- und Gentechnikgesetze sind zwingend notwendig. Die Erweiterung des Ökolandbaus und eine größeren Auswahl an Bienenweide werden zunehmend wichtig.

Heilende Wirkung
Honig enthält über 80% Zucker, hauptsächlich Fruchtzucker und Traubenzucker. Der Rest besteht aus Wasser. Allerdings enthält der Honig in geringen Mengen noch viele andere Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel Enzyme, Eiweiße, Vitamine, Mineralstoffe sowie Farb- und Aromastoffe. Sie sind für die gesundheitliche Wirkung des Honigs verantwortlich. Denn Honig vermag einiges zu bewirken. Bei Schwellungen, Husten, Fieber oder bestimmten Schmerzen kann Honig hilfreich sein, denn seine Inhaltsstoffe wirken enzündungshemmend und antibakteriell.
Auch bei der Wundheilung kann Honig eine Rolle spielen. Es fördert das Wachstum bestimmter Zellen des Bindegewebes, dadurch kommt es zu geringerer Narbenbildung und gleichmäßigen Wundheilungen.
Angeblich hilft Honig auch Allergikern. Wenn man Honig aus der Region isst, werden Allergene (Blütenpollen), die die Allergien auslösen über den Darm in den Körper aufgenommen. Das kann zu einer spezifischen Immuntherapie, der Hyposensibilisierung führen. Und dabei ganz wichtig - Honig hat keinerlei Nebenwirkungen!